Gut vorbereitet …

… das bin ich. Aber sowas von! Seit über einem Jahr weiß ich, wo Beet 3 und 4 hinkommen. Selbstverständlich ist auch der Besatz bereits bis ins Kleinste geplant.

Da ich ja ein völliger Laie bin, zudem noch mit einigen gärtnerischen Gemeinheiten gequält (Tonboden, Hanglage, Vollsonne), muss ich mich schon im Vorfeld intensiv mit den neuen Bewohnern meiner Beete beschäftigen: Wer kann 12 Stunden knalle Sonne ab? Wer verträgt im Sommer Trockenheit und im Winter nasse Füße? Und welches Pflänzchen aus dieser klitzekleinen Auswahl blüht auch noch in den von mir favorisierten Farben? Einfach nach Optik drauf los kaufen wäre fatal (und auf Dauer teuer).

Mein Wintergarten

Also (Online)Magazine gewälzt, Sortimente von Gaissmayer und Co. auswendig gelernt. Datenbanken über Standortbedingungen und geeignete Beetnachbarn förmlich leer gelesen. Excel-Listen erstellt, Kandidaten kategorisiert, nach Bezugsquellen geschaut, Preise verglichen.

Und trotzdem schleicht sich der eine oder andere „ungeeignete“ Kandidat in die Beete, bzw. auf die Einkaufsliste. Einer, der nicht so ganz mit den Rahmenbedingungen einverstanden ist. Einer, der (könnte er wie er wollte) woanders wachsen würde.

Gefüllte Bertamsgarbe (Achillea ptarmica) ‚The Pearl‘

Das ist mir bei den ersten beiden Beeten auch schon passiert. Z.B. die Bertramsgarbe hier: eigentlich mag sie einen feuchten, nährstoffreichen Boden. Nährstoffreich mag mein Boden sein, aber es hat genau drei Tage im Juni gebraucht bis der Boden in den Beeten so trocken war, dass er aufgerissen ist. Und trotzdem: Frau ‚Pearl‘ hat geblüht und geblüht und geblüht.

Zartes Federgras (StipaTenuissima)

Mein nächster Liebling ist auch so ein Kandidat: das zarte Federgras (Stipa tenuissima). Hier darf der Boden bitte gerne sandig sein. Ich hab zwar tatsächlich einige Eimer Sand in den Boden eingearbeitet, aber wenn ich ganz ehrlich bin – das war eher Alibimäßg. Das bisschen Sand stinkt gegen den Lehm mitnichten an. Trotzdem hat sich das wunderschöne Gras in meinem kompletten Beet versamt und erfreut mich im kommenden Jahr wieder.

Blut-Storchenschnabel (Geranium sanguineum) ‚Tiny Monster‘

Andere dagegen, die eigentlich prädestiniert wären für meine Boden- und Standortverhältnisse wollten nicht. Zum Beispiel die Großblütige Glockenblume ‚Sarastro‘ (Campanula punctata). Hier kann ich euch nicht mal ein Bild zeigen: beide gesetzten Exemplare sind nach nur zwei Wochen nicht mal mehr zu sehen gewesen: komplett abgestorben. Und ob ihr es glaubt oder nicht: von drei gesetzten Töpfen Geranium wallichianum ‚Rozanne‘ hat nur  ein einziges gerade mal so überlebt, von ‚geblüht‘ kann nicht mal ansatzweise die Rede sein. (Geranium ‚Tiny Monster‘ hingegen machte seinem Namen wirklich Ehre und hat bereits im ersten Jahr monströs gewuchert.)

Bauernhortensien: kriegen bei mir volle Mittagssonne…..
Noch so’n Kandidat: Lavendel. Steht bei mir komplett im Lehmboden. Nix mit Sandig-durchlässig….

Welche Lehre ziehe ich daraus? Noch keine *grins*. So vermessen bin ich nicht. Dazu fehlt mir einfach noch die Erfahrung. Aber es macht mich ein bisschen entspannter was den Besatz der nächsten beiden Beete im kommenden Frühjahr angeht. Klar gibt es Rahmenbedingungen die bei der Bepflanzung eingehalten werden sollten. Doch die Natur hält Überraschungen bereit und der Lebenswille eines jeden Pflänzchens ist beachtlich. Wie sagt der Kölner doch so treffend „Et kütt wie et kütt.“

In diesem Sinne: ich wünsche Euch ein ruhiges 3. Adventswochenende.

Liebe Grüße
Krümel

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