Was sind eigentlich …

… die Eisheiligen?

Jedes Jahr stehen Mitte Mai die Eisheiligen (auch ‚gestrenge Herren‘ genannt) an. Ein Datum, dass von allen Gärtnern gefürchtet und doch ersehnt wird.

Die Eisheiligen markieren die letzten Nächte in denen in unseren Breitengraden Frostnächte möglich sind. Erst danach stabilisiert sich das Wetter und empfindliche Pflanzen können ins Freie. Die Eisheilige liegen immer zwischen dem 11.05. und dem 15.05.

Wer oder was sind denn jetzt die Eisheiligen?

An den Eisheiligen wird Mamertus (11. Mai 2018), Pankratius (12. Mai 2018), Servatius (13. Mai 2018), Bonifatius (14. Mai 2018) und Sophie von Rom (15. Mai 2018) gedacht. Wobei bei uns Sophie noch den Beinamen ‚Kalte‘ bekommen hat. Alle waren Bischöfe und/oder Märtyrer im 4. und 5. Jahrhundert.

Zwar stimmen heutzutage die kalendarischen Eisheiligen nicht mehr mit den tatsächlichen kirchlichen Gedenktagen überein, aber als Bauernregeln wurden die kalendarischen Eisheiligen beibehalten.

Folgende Bauernregeln habe ich gefunden:

– Wenn’s an Pankratius friert, so wird im Garten viel ruiniert.
– Vor Bonifaz kein Sommer, nach der Sophie kein Frost.
– Servaz muss vorüber sein, willst Du vor Nachtfrost sicher sein.
– Gehen die Eisheiligen ohne Frost vorbei, schreien die Bauern und Winzer Juchei.
– Pflanze nie vor der Kalten Sophie. Mamerz hat ein kaltes Herz.
– Pankrazi, Servazi und Bonifazi, sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie, die Kalte Sophie
– Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.

Innerdeutsch gibt leichte Unterschiede was die Eisheiligen angeht. In Norddeutschland beginnen die Eisheiligen mit Mamertus am 11.05. In Süddeutschland hingegen werden die Eisheiligen erst ab Pankratius und dem 12.05. gezählt. Dafür enden die Eisheiligen in Süddeutschland auch schon einen Tag früher als im Norden, nämlich am 14.05. mit Bonifatius, währen der Norden noch auf die kalte Sophie am 15.05. warten muss.

Was passiert meteorologisch gesehen? Ab Anfang Mai sind die Temperaturen auf dem europäischen Festland schon recht hoch. Die Erwärmung der Landmasse erfolgt in relativ kurzer Zeit. Weil sich aber das Meer nicht so schnell erwärmen kann wie das Land, entstehen Temperaturschwankungen. Dadurch bilden sich Tiefdruckgebiete und es kommt zur Verschiebung der Luftmassen. Warme Luftströmungen ziehen Richtung Norden, während eiskalte Polarluft auf das Festland „gesogen“ wird. In sternenklaren Nächten kann es deshalb auch im Mai noch zu Nachtfrösten kommen. Nicht nur in Deutschland sind die Eisheiligen bekannt. Auch andere Länder wie Italien, Ungarn, Schweden und selbst die US-Ostküste kennen die (eis)kalten Maitage.

„Mitte Mai ist der Winter vorbei.“ sagt eine weitere Bauernregel. Sicher weiß es keiner, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Liebe Grüße,
Krümel

7 Antworten auf „Was sind eigentlich …“

  1. Ich war dieses Jahr schon sehr unvorsichtig und habe meine Kübelpflanzen schon Mitte April hinausgestellt. Allerdings hätte ich sie jederzeit wieder in Sicherheit bringen können! Dieses Jahr war irgendwie alles anders. Jetzt warte ich auf jeden Fall sehnsüchtig auf Regen! Alles ist staubtrocken!
    Viele Grüße von
    Margit

    1. Meine Kübel stehen auch schon seit Ende März draußen. Und seit zwei Wochen haben wir sogar die Gemüsesetzlinge in den Hochbeeten. Hier ist weder Frost noch Wasser in Sicht. Am letzten Feiertag hat’s geregnet: im Wasserfass sind gute 100l – hahaha….. Wenn ich die Bilder aus Hamburg angucke und dann die Trockenrisse in meinem Rasen…. Aktuell läuft schon wieder der Sprenkler…..
      Schönes Wochenende

  2. Meine Tomaten sind vor gut einer Woche ausgezogen. Die Langzeitprognose offenbarte selbst zu den Eisheiligen keine Fröste, also raus damit. Und nun schwitzen wir hier so vor uns hin, selbst die kalte Sophie wird daran nicht viel ändern.
    Liebe Grüße
    Karen

  3. Meine Tomaten stehen schon auf der Terrasse, also dürfen die Eisheiligen ruhig mal ausfallen. Scheint ja auch zu klappen. Sie treten wirklich nicht immer auf, aber wenn doch, sollte man sie kennen. Übrigens habe ich die Tage auch so eine Babymaus gefunden. Weil ich aber auf den Weg in den Urlaub war, konnte ich sie nicht mitnehmen. Ich habe dann gehofft, dass die Mama sie noch abholt.
    VG
    Elke

  4. Bis jetzt hatten wir Glück. Es gab keine unerwarteten Nachtfröste…wunderbar! Vor allem, weil ich so mutig (oder eher – so leichtsinnig…) war, und schon sehr früh alles mögliche ins Beet gepflanzt habe…Jedoch immer mit dem Blick auf die Wetteraussichten. Wenn nötig hätte ich meine Pflanzenkinder dann abgedeckt…Aber bis jetzt – alles gut! Und es wächst und gedeiht zu meiner großen Freude. Auf ein gutes Gartenjahr und alles Liebe
    Heidi

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