Wenn einer einen Garten hat …

Ich liebe Zoos. Ehrlich! (*)

Als Kind waren meine Eltern ständig mit mir in der Wilhelma. Und als Erwachsene musste der Monschder herhalten und mind. 1x im Jahr mit mir alle Gehege, Aquarien und Gewächshäuser abklappern. Ohne Ausnahme, ohne Abkürzungen, ohne Gnade.

Das hat sich seit dem letzten Jahr erledigt.
Warum? Nun, weil ich jetzt einen Garten habe.

Ok, die Anzahl der gesichteten Leoparden, Gorillas und Zebras hält sich im Krümelgarten durchaus in Grenzen. Und ich bin in der Tat mehr als froh, dass Eisbär, Löwe und Co. noch nicht auf meiner Terrasse platzgenommen haben. Aber da wo ich früher meine Nase am Sicherheitsglas bei dem Schimpansen platt gedrückt habe, drücke ich heute mit der gleichen Faszination meine Nase an meiner Balkontüre platt. Und beobachte mit kindlichem Staunen und einem debilen Grinsen im Gesicht wie die Kohlmeise ihre Jungen füttert,

Anlanden
Lage checken
Anlauf nehmen
Und hinein

die wie Amsel meine Blumenkübel nach Würmern durchsucht oder der Kleiber seine Mittagsmahlzeit einnimmt

Mit der gleichen Faszination kann ich stundenlang vor meinen Beeten stehen und den dicken Hummeln dabei zugucken, wie sie sich in jede noch so kleine Blüte quetschen.

Dunkle Erdhummel (Bombus terestris)

Ich strahle wenn ich die fleißigen Helferlein summen und brummen höre

Ackerhummel (Bombus pascuorum)

und freue mich sogar über diese hässlichen Gesellen hier:

Marienkäferlarve

Schließlich werden das mal wunderschöne Marienkäfer. Wer hätte das Gedacht?

Wenn einer einen Garten hat – dann hat er was zu sehen. Und das Beste: Alles kostenlos, ohne Parkplatzsuche und ganz ohne Gedränge und Geschubse. Sorry Wilhelma, aber da kannst Du leider nicht mithalten. Und deswegen bleibe ich weiter hier in meinem Garten und schaue der einheimischen Flora und Fauna beim Wachsen und Werden zu. Und wer weiß – vielleicht kriege ich ja doch noch ein Erdmännchen zum nächsten Geburtstag. Das würde mein (Garten-) Glück perfekt machen.

Habt ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße,
Krümel

(*) P.S. Ich möchte niemandem auf den Schlips treten. Gerne gebe ich gebe zu, einige Tierarten wären in der freien Natur deutlich besser aufgehoben als hinter Gittern. Aber der Zoo 2.0 tut viel für den Natur- und Artenschutz, ist bemüht die Gehege so naturnah und lebensecht wie möglich zu gestalten und bewahrt einige Tierarten durch gezielte Zucht vor dem Aussterben. Und in Zeiten in denen Kindergartenkinder fragen, warum die Kuh auf der Weide dort nicht lila ist, denke ich, dass verantwortlich geführte zoologische Einrichtungen einen deutlichen Mehrwert für unser Leben darstellen.

4 Antworten auf „Wenn einer einen Garten hat …“

  1. So geht es mir auch… im Garten gibt es so viel zu bestaunen. Ich stehe auch oft vor dem Insektenhotel und schaue mir das Gewusel dort an! Einfach faszinierend. Vom Schlafzimmerfenster konnte ich vor zwei Jahren ganz wunderbar die Aufzucht von Meisen-Babies verfolgen.
    Viele Grüße von
    Margit

  2. In der Wilhelma war ich zufällig gerade am Samstag das erste Mal.
    Die Tiere im Garten machen mich auch immer sehr stolz und glücklich, denn sie finden in meinem Garten Nahrung – und eine Safari zuhause ist doch immer spannend. Das mit dem debilen Grinsen kenne ich von mir auch.
    VG
    Elke

  3. Das sind ja fantastische Bilder aus Deinem Garten! Es ist schon wunderbar zu sehen, wie viel Getier sind in so einer grünen Oase tummelt. Marienkäfer habe ich heuer auch schon einige entdeckt. Sie haben brav die vielen Läuse vertilgt, die sich im Garten breit machen wollten.

    LG Kathrin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.