Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis – Das Hügelbeet

Wie Ihr ja wisst ist der Krümelgarten noch jung. Die ersten zwei Beete wurden 2017 angelegt (Bilder dazu gibt’s hier und hier.) Zwei weitere folgten dieses Frühjahr (hier). Das Problem ist ja – und da erzähl ich Euch sicherlich nichts Neues – „Garden is what happens while you’re making other plans“.

Das Hügelbeet in Jahr 2

Geplant war Beet 1 und 2 anhand von Pflanzplänen die ich im Netz auf einschlägigen Seiten gefunden habe. Beetgröße und Anzahl der Stauden habe ich weitestgehend belassen, nur die Auswahl an Pflanzen habe ich nach meinen Vorstellungen verändert. Dabei habe ich darauf geachtet dass „meine“ Pflanzen in etwa die gleiche Größenbeschreibung wie die im Pflanzplan ausgeschriebenen hatten. So weit – so uninteressant.

Im ersten Jahr sah auch alles ganz passabel aus. Alles ging an, blühte in den gewünschten Farben, sah im Großen und Ganzen so aus, wie ich mir das vorgestellt habe. Der Großkotz in mir hat selbstgefällig gegrinst und sich mental auf die Schulter geklopft. „Gut gemacht. Garten ist doch gar nicht so schwer!“

Und dann kam Jahr zwei. Und nichts – aber auch NICHTS sieht mehr so aus, wie ich es geplant hatte!

Wermut (leider ziemlich vertrocknet dieses Jahr)

Der Gartenwermut würde alles überwuchern wenn ich ihn nicht alle vier Wochen massiv beschneiden würde. Trotzdem hat er es geschafft meinen Bartfaden ‚Catherine de la Mer‘ so zu belagern, dass dieser aufgegeben hat und eingegangen ist. Auch das Chinaschilf fühlt sich in der Nähe des Gartenwermuts nicht wohl und bleibt bisher kümmerlich. Fazit: zwei dieser ausbreitungswütigen Halbsträucher sind zu viel für das Beet. Einer muss raus.

Japan-Goldbandgras ‚Aureola‘ (Hakonechloa macra) – will so gar nicht unter dem Wermut

Dann waren im Original-Pflanzplan zwei sehr schöne Rittersporne geplant. Sitzen auch beide im Beet. Das Problem ist nur: die werden ja auch größer! Und schon im zweiten Jahr bedrängen sie sich gegenseitig. Das führt dazu, dass beide nur kümmerlich wachsen, kaum blühen und ein Bild des Jammers abgeben. Fazit: einer der beiden muss umziehen und erhält den frei gewordenen Platz wo vorher der Gartenwermut stand.

Hügelbeet, andere Seite
Die mickrigen Rittersporne
Vernonie

Vernonien sind eindrucksvolle Solitärstauden für sonnige und nährstoffreiche, frische Böden. Der wirkungsvolle Herbstblüher zeichnet sich durch einen buschigen, standfesten Wuchs und eine sehr späte Blütezeit aus.“ (Zitat). Leider merke ich davon nichts. Die Vernonie ist zwar tatsächlich ca. anderthalb Meter hoch geworden und steht auch recht gut da, aber späte Blütezeit?? Nope. Bereits letztes Jahr hat sie als erste der Herbststauden geblüht und war nach nicht mal zwei Wochen komplett durch mit der Blüte. Ich war enttäuscht, habe ihr aber eine zweite Chance gegeben. Dieses Jahr dasselbe: Bereits Anfang September, nach knappen zwei Wochen Blüte, stehen nur noch die Samenstände. Enttäuschend. Fazit: Aufgrund des Platzmangels im Beet kommt sie raus. Rittersporn und Rutenhirse freuen sich über den frei gewordenen Platz.

Das sind die Änderungspläne für mein Hügelbeet. Ein paar kosmetische Kleinigkeiten kommen noch dazu: Die Grasnelken ziehen in ein anderes Beet um, die Bergenie kommt auf einen anderen Platz… Kleinigkeiten eben. Und dann sind da noch drei andere Beete. Und Pläne. Jede Menge Pläne…… (und ein Monschder der beim lesen dieser Zeilen graue Haare und Augenlidzucken bekommt *lach*).

Und? Was sind Eure „Umbau-Pläne“ für die kommende Saison?

Fragt,
Krümel

5 Antworten auf „Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis – Das Hügelbeet“

  1. Hallo Krümel,

    bin ich froh, dass es nicht nur mir so geht und das neu angelegte Staudenbeet vom Frühjahr auch nicht so aussieht, wie ich es mir gedacht hatte. Anfangs sahen die frischen Stauden noch gut aus, ja das war vor dem heißen Sommer. Von Woche zu Woche vertrockneten immer mehr trotz morgens und abends gießen. Die Hortensien haben direkt nach einer Woche schlapp gemacht, dafür blühen jetzt auf einmal die Löwenmäulchen in Farben, die ich so überhaupt nicht gepflanzt hatte. Einzig der Thymian durchwächst alles und inzwischen schon die Fugen der Terrassenplatten. Eigentlich wollte ich längst die Blumenzwiebeln einpflanzen aber der Boden ist immer noch hart da Regen fehlt und ich bin auch nicht sicher, ob sie bei dem Wetter jetzt (tagsüber 25 Grad) überhaupt angehen, da sie ja eigentlich dann bald mal Frost gerne hätten. Also warte ich noch ein Weilchen, wahrscheinlich ist es dann zu spät. Puh, gärtnern ist doch nicht so einfach wie stricken oder häkeln.

    Liebe Grüße, Burgi

  2. Beim Lesen dieser Zeilen musste ich schmunzeln. Vor diesem „Problem“ stand ich auch schon des Öfteren. Leider halten gut durchgeplante Beete bei mir auch nie besonders lange. Meistens ist, wie bei Dir, im zweiten Jahr Schluss. Heuer hatte ich zudem das Problem, dass mir einige Stauden aufgrund der eisigen Witterung im Herbst eingegangen sind. Bislang habe ich noch keinen Ersatz für sie. Mal schauen, was nächstes Jahr kommt.

    LG Kathrin

  3. Kommt mir alles sehr bekannt vor! Allerdings hatte ich nie einen Plan und am Anfang kam noch dazu, dass ich auch überhaupt keine Ahnung hatte. Aber ich denke, das alles ist gar nicht so entscheidend. Ein Garten ist immer in Bewegung… einiges geht… anderes kommt. Und irgendwann bekomme ich wieder einen Rappel und dann wird umgepflanzt. Aber sonst wäre es ja langweilig!
    Viele Grüße von
    Margit

  4. Ich grinse jetzt gerade so vor mich hin. Obwohl ich deutlich länger gärtnere als Du, tappe ich gerne in ähnliche Fallen. Den K…-Wermut würde ich nie wieder pflanzen, der war nur im ersten Jahr zu ertragen. Ich habe im zweiten Jahr dann schon Pflanzenjauche aus ihm gemacht, weil er so schön eklig riecht. Er wuchert wie doof, der fliegt jetzt raus, sofern ich ihn zu fassen kriege. Und Du setzt ihn auch noch in ein nahrhaftes Hügelbeet 😉
    Rittersporn kann ich hier komplett vergessen und das habe ich endlich akzeptiert. Jedes Jahr Neue kaufen, um im Folgejahr deprimiert zu sein ist auch nicht schön. Du bist nicht allein mit diesem Problem, wie Du siehst.
    Liebe Grüße
    Karen
    PS: gute Idee, das bei mir vorgestellte Buch als Inspiration für Minimalküche zu nehmen!

  5. Wermut hatte ich auch mal gepflanzt, weil mir seine Blätter so gut gefallen haben. In ‚Klein‘ sieht er wirklich gut aus. Dann habe ich erst später von dem Ausbreitungsdrang gelesen und hab ich ihn schnell wieder entfernt. Pflanzpläne übernehme ich auch nie genau so, sondern nur als Anregung….da gibts immer Überraschungen. Eine Staude wuchert garantiert immer…;-)
    LG Sigrun

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