Adventsfenster und Erinnerungen

Dies wird für dieses Jahr mein letzter Post. Ich verabschiede mich in den Weihnachtsurlaub und werde versuchen, so wenig Zeit wie möglich vor Handy und Bildschirm zu verbringen.

Die letzten Wochen waren noch turbulent. Das Wort ‚stressig‘ mag ich nicht, denn ‚Stress‘ ist für mich immer negativ behaftet. Turbulent drückt besser aus was ich meine: trubelig, ein wenig hektisch, aber im positiven Sinn.

Stress und Hektik zu Weihnachten. Was für ein Phänomen. Je mehr Technik, je mehr Möglichkeiten wir haben uns das Leben leichter zu machen, umso mehr ‚Stress‘ scheinen wir zu haben. Warum ist das so? Um ehrlich zu sein: ich kann die Frage nicht beantworten, denn: ich habe KEINEN Stress zu Weihnachten. Ja: ich habe viel zu tun. Ja: manches passiert „auf den letzten Drücker“ und ja: manchmal übernehme ich mich mit dem, was ich mir vornehme. Aber: nie bin ich deswegen im Stress.

Die drei Weisen aus dem Morgenland

Weihnachten war von Kind auf für mich eine zauberhafte Zeit. Meine Eltern haben es immer geschafft, Weihnachten für uns zu etwas Besonderem zu machen. Das Schmücken des Tannenbaumes an Heilig Abend wurde zelebriert (erst mit Saft, später mit einem Glas Sekt), meine Mutter hat in der Küche herrschaftlich aufgefahren, die ganze Familie (und das waren bis zu 12 Personen) saß an Heilig Abend zusammen. Es wurde unter dem Tannenbaum gesungen (immer, alle! :-)), es gab Unmengen an mit viel Liebe eingepackten Geschenken (von allen, für alle) und tatsächlich kam viele Jahre jedes Jahr der leibhaftige Weihnachtsmann vorbei, bekam ein Gedicht vorgesagt oder ein Lied gesungen und las aus seinem goldenen Buch. Auch die zwei Weihnachtsfeiertage war die ganze Familie zusammen. Man aß, man lachte, man verbrachte Zeit miteinander. Die Großen kloppten eine Runde Skat, die Kleinen probierten die Weihnachtsgeschenke aus. Es war immer großartig!

Die Hirten

Natürlich ist heute vieles anders: Teile der Familie brachen weg oder verließen uns für immer. Neue Mitglieder und andere Familien kamen hinzu. Über all die Jahre habe ich es geschafft, mir einen Teil des kindlichen Weihnachtszaubers zu erhalten. Noch immer wird bei uns unter dem Weihnachtsbaum gesungen. Ich bestehe auf einen riesigen Tannenbaum der mit allen Mühen geschmückt wird. Geschenke gibt es selbstverständlich auch. Keine großen Sachen, einfach Kleinigkeiten die Freude machen. Dabei kommt es nicht auf den Wert des Geschenkes an, sondern auf den Sinn. Jedes Geschenk mit Verstand geschenkt ist so viel mehr wert als es teurer „Notfall-Schmuck“ je sein könnte.

Und Zeit: Die Weihnachtstage gehören nach wie vor der/den Familien. Keine Freunde, keine Feten, keine Veranstaltungen. Zeit für gutes Essen und gute Gespräche. Zeit für Miteinander. Und ja: mal vergreift man sich im Ton und ja: mal ist man genervt. So what! Tief durchatmen und sich freuen, dass man noch jemanden hat mit dem man Weihnachten feiern darf. Es gibt so viele einsame Menschen auf dieser Welt!

Und die Vorweihnachtszeit? Es liegt doch ausschließlich in unserer Hand, ob man in Stress gerät oder nicht. Muss ich wirklich jedes Wochenende auf den Weihnachtsmarkt? Gehe ich wirklich erst am 24sten einkaufen? Adventskaffee hier, Konzert da – ich brauche das nicht. Die Wochenenden gehören dem Monschder, mir und dem Sofa. Zeit zu zweit. Zum Entschleunigung. Und zum Freuen auf Weihnachten.

In diesem Sinne: Entschleunigt Euch! Freut Euch auf Weihnachten! Haltet mal zwei Minuten inne und fragt Euch, ob es den ganzen Stress den Ihr Euch macht wirklich braucht. Macht Ihr das alles für Euch oder für andere?

Ich wünsche Euch allen frohe und besinnliche Weihnachten. Ich wünsche Euch Zeit für alles was Euch wichtig ist. Und selbstverständlich wünsche ich Euch einen guten Rutsch in ein erfolgreiches, gesundes und vor allen Dingen glückliches Jahr 2019.

Liebe Grüße,
Euer Krümel

P.S. und falls Ihr Euch fragt: Die Bilder sind von unserem diesjährigen Adventsfenster das wir am 17.12. hatten. Die Krippe hat meine Mama mir vor Jahren gebastelt und jedes Jahr gab es ein neues Teil dazu. Den Holzkasten und den „Sternenhimmel“ hat der Monschder gemacht mit den Worten „Endlich darf ich auch mal was zu Weihnachten basteln.“ Hat er super gemacht, oder?

9 Replies to “Adventsfenster und Erinnerungen”

  1. Du sprichst mir aus der Seele!!
    Genauso halte ich/ halten wir es auch. Unser schönstes Geschemk haben wir schon vir Weihnachten erhalten. Unsere große Tochter kam überraschend aus England und bleibt bis ins neue Jahr.
    Die Familie ist zusammen! Vielmehr brauchts nicht.
    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein fröhliches und besinnliches Weihnachtsfest und Glück und Gesundheit für 2019.
    Liebe Grüße v.d.
    Wiebke

  2. Liebe Krümel,

    dieses Jahr Weihnachten sind wir zu zweit und es ist auch so schön.
    Meine Mama und meine Schwester sind 600 km entfernt und da ich keinen Urlaub zwischen den Feiertagen habe werden wir ganz gemütlich die kommenden Tage daheim verbringen. Früher gab es auch immer Geschenke, einen Weihnachtsbaum mit allem drum und dran. Dieses Jahr gibt es weder das eine, noch das andere. Es wird lecker gekocht, die freie Zeit genossen und Stress abgebaut. Ja ich hatte richtig Stress die letzten 2 Monate nachdem meine schwangere Vollzeitkraft seit 1. November nur noch von 8 bis 12 Uhr arbeitet und ich ihre Arbeit mitmachen muss und es so auch die nächsten Monate lustig weitergeht, da die Stelle frühestens am Mitte Februar besetzt werden kann und es im Moment nicht so aussieht, das sich jemand findet, die meinem nörgeligen Chef passt. Aber es werden hoffentlich auch wieder bessere Zeiten kommen.

    Liebe Grüße und Dir und Deiner Familie ein schönes besinnliches Weihnachten wünscht Dir Burgi

  3. Wie freue ich mich deine Seite gefunden zu haben und dann noch mit so einem tollen Bericht über „Weihnachten“ feiern, genau unser Ding. Schön, wenn es Menschen gibt die sich nicht mitreissen lassen. Die selbstgebastelte Krippe ist ein Gedicht, Kompliment an deine Mama.
    ich hoffe, ihr seid gut ins neue Jahr gekommen? Wir kommen gerade vom ersten Spaziergang im neuen Jahr zurück, es ist frühlingshaft warm gewesen.
    Liebe Grüße Edith

  4. Hallo Krümel,
    danke für deinen Besuch auf meinem Blog. Dein Krippenfenster ist ganz bezaubernd. Weihnachten verläuft bei uns sehr ruhig. Die Familie ist klein, viel passiert da nicht, aber wir freuen uns, dass wir zusammen sitzen können. Einen Weihnachtsbaum haben wir allerdings schon lange nicht mehr. Dafür wird von mir ein großer Fikus mit Lämpchen geschmückt 😉 Der darf uns auch noch bis Ende Januar die finsteren Nachmittage und Abende erhellen.
    Lieben Gruß – Elke (Mainzauber)

  5. Ihr Lieben, ich möchte Euch auch ein gutes Neues Jahr wünschen. Dein Artikel spricht mir ebenfalls aus der Seele. Es ist so schön, wenn man Weihnachten mit seiner Familie feiern kann. Leider war es heuer für uns ein sehr schweres, trauriges Weihnachten…

    LG Kathrin

  6. Ein sehr schöner Post!!! So sollte Weihnachten sein.
    Wir singen übrigens auch unter dem Weihnachtsbaum und das ist auch Tradition bei uns. Immer, wenn ich Urlaub habe, versuche ich, mich von allen Bildschirmen fern zu halten, was nicht immer funktioniert.
    Ich hoffe, Du bist gut ins neue Jahr gekommen und wünsche Dir noch eine wundervolle Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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