Rosenschnitt 2019

Wenn die Forsythie blüht geht’s den Rosen an den Kragen. Beziehungsweise an die Augen. Auch nicht richtig. Über die Augen? Also auf alle Fälle werden sie kürzer gemacht. Ob nun einen Kopf oder mehrere Augen – das dürft ihr euch selbst aussuchen.
Nachbars Forsythie zumindest blüht bereits seit drei Wochen und da der Monschder sehnsüchtig auf das erste Gelb und mein darauffolgendes „go“ gewartet hat, haben wir bereits Mitte März Hand an unsere Damen gelegt.

Nun muss man ja Strauchrosen nicht zwingend schneiden. Außer die Damen gehen zu sehr in die Breite, was nicht – wie bei mir – mit Kuchen und anderen Leckereien zusammen hängt, wohl aber damit, dass sie sich bei uns sau wohl fühlen und es mit regem Wuchs danken. Aber leider ist es ja oft so: was schnell hoch wächst, wächst selten stabil. Und so waren viele der Triebe sehr dünn und die Damen sind leider auseinander gefallen und somit doch zu sehr in die Breite gegangen (hier dann doch wieder die Parallele zu mir…..). Die Stürme die uns Ende letzten Jahres und in diesem Frühjahr heimgesucht hatten, haben ihr übriges getan und meine Rosenbeete waren ein rechtes Trauerspiel.

Die ‚Camelot‘ und die ‚Mme Hardy‘ mussten bereits mit Halteseilen vor dem kompletten umkippen bewahrt werden. ‚Eden Rose 85‘ hat im ersten Jahr gute 2Meter gemacht und ‚Jenny Duval‘ stand auf sehr wackeligen Beinen – äh Ästen. ‚Alaska‘ hingegen wollte statt des Rosenbogens gleich den kompletten Garten zuwuchern und ‚Jasmina‘ war nicht einverstanden mit der Richtung in die sie sollte. Die beiden Einzigen die wirklich schön waren, waren mein ‚Comte de Chambord‘ und die ‚The generous gardener‘. Wobei Letztere im vergangenen Herbst heftig Masttriebe geschoben hatte. Davon ganz abgesehen konnte der Monschder seinen Rasen wegen überhängender Dornenranken auch nicht mehr unfallfrei mähen.

Langer Rede kurzer Sinn: an die Stulpenhandschuhe und her mit diversen Astscheren.
Auf der Website eines Rosenparks hatte ich interessante Abbildungen zum Rosenschnitt gesehen: Die gingen eigentlich ganz einfach vor: nämlich radikal. Gut, kann ich. Bin eh nicht so der filigrane Typ.

Zuerst wurden aus der jeweiligen Rose alle toten Äste geschnitten. Dann kam alles raus was sich überkreuzte, was zu eng stand oder was zu mickrig war um Blüten zu tragen. Dann haben wir die jeweilige Dame um 1/3 bis um die Hälfte gekürzt und zum Schluss kam dann noch der optische Feinschliff.

Zwar ist unser Garten echt klein, trotzdem finden hier elf Rosen Platz. Vier Stunden und zwei riesen Schubkarren voll Rosenschnitt waren das Ergebnis unserer Arbeit. Vor allem bei den Rosen am Rosenbogen haben wir lange gebraucht. Das Ergebnis sieht zumindest optisch wieder ordentlich aus. Denn ein Vorteil hat das radikale schneiden: diese hässlichen Ranktürme die ich brauchte um die Damen ‚in shape‘ zu halten können jetzt auf den Müll.

Zwei Wochen später haben sich die Rosen von dem ‚Überfallkommando Radikalschnitt‘ größtenteils wieder erholt und treiben kräftig aus. Ob sie auch blühen wird sich zeigen – ich werde im Juni berichten. Nur die ‚Mme Hardy‘ und die wunderschöne ‚Jenny Duval‘ werden dieses Jahr nicht blühen: als einmalblühende alte Englische hätte ich sie erst nach der Blüte schneiden dürfen. Aber leider hatten genau diese beiden Damen den Schnitt am bittersten nötig.

Nun bleibt mir nur abzuwarten, Kaffee zu trinken und zu hoffen, dass die Damen erneut „Gas“ geben und mich auch dieses Jahr mit einer Blütenfülle beschenken. Drückt mir die Daumen.

Liebe Grüße,
Krümel

2 Antworten auf „Rosenschnitt 2019“

  1. Hallo Krümel,
    da haben die Damen aber ordentlich die Schere zu spüren bekommen. Aber das brauchen sie auch ab und an. Meine lasse ich dieses Jahr – außer ein paar kleinen Korrekturschnitten – in Ruhe. Die haben letztes Jahr den Rundumschlag bekommen.
    Viele Grüße
    Claudia

  2. Liebe Kerstin,
    da hatten wir ein ähnliches Programm. War das der Rosenpark L’age bleu? Von Raphaela habe ich vor Jahren die Schnittanleitung, die sie mal in einem Forum niedergeschrieben hat, übernommen. Ich mache seitdem keinen Unterschied mehr und säbele wie Du, alle 2 Jahre auch die einmalblühenden Rosen radikal runter. Wenn man das in einer konzertierten Aktion macht, geht das doch viel besser von der Hand, oder? Dein Ergebnis kann sich sehen lassen und die Rosen werden es Dir mit kräftigem Neuaustrieb danken.
    Liebe Grüße
    Karen

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