Barocke Gärten

Ich weiß zwar nicht warum, aber am 1. Mai wandern zu gehen ist ja mittlerweile mehr oder weniger Tradition geworden. Allerdings kann ich dieser Tradition so gar nichts abgewinnen: ungeachtet des Wetters zwanghaft raus zu müssen um sich die Natur mit rumpelnden Bollerwagen beladen mit Hifi-Türmen aus denen grässliche Musik dröhnt, Horden sturzbesoffener Halbwüchsiger und Kolonien von „Sonntagsradfahrern“ teilen zu müssen. Nein, nein – das ist nichts für mich.

Aber da der 1. Mai 2019 einer der wenigen Sonnentage war, eingebettet in mehreren Wochen Kälte, Regen und Wind war klar dass wir diesen Tag nicht zuhause verbringen würden. Stattdessen führte uns der Weg nach Ludwigsburg.

Ludwigsburger Residenzschloss

Ludwigsburg ist wie ein Diamant: von außen sieht man nur eine graue, hässliche Hülle. Wer sich aber bis zum Kern durchgearbeitet hat erblickt ein Juwel. In diesem Fall das Residenzschloss und die barocke Gartenanlage. Erstaunlicher Weise hat das Schloss während der beiden Weltkriege kaum Schäden davon getragen und punktet mit einer tollen historischen Substanz. Aber wir wollten nicht das Schloss besichtigen sondern die Gärten. Denn: bis zum Wochenende fand die Veranstaltung „Barocke Gärten“ statt und auf die hatten wir (oder besser gesagt: ich) es abgesehen.

Natürlich waren wir die Einzigen die an diesem herrlichen Tag auf die Idee kamen, die Veranstaltung zu besuchen (ihr hört die Ironie in meiner Stimme?). Trotzdem hatten wir relativ schnell einen Parkplatz. Als dann aber auch noch zwei der vier Kassen gestreikt haben war der Monschder kurz davor umzudrehen und nach Hause zu fahren.

Dann endlich waren wir drin. Und um Monschders angeschlagene Laune nicht noch weiter zu malträtieren haben wir den Gartenmarkt erstmal links liegen lassen (im wahrsten Sinne des Wortes) und haben und den Park – das blühende Barock – angeschaut.

Tatsächlich muss ich zugeben, dass ich ihn viiiieeeel größer in Erinnerung hatte. Als Kind waren meine Geschwister und ich sehr oft mit unseren Eltern im blühenden Barock, respektive im angeschlossenen Märchengarten. Aber klar – mit kleinen Füßchen kommen einem die Strecken immer größer vor *lach*. Hier ein paar Eindrücke.

Der Japangarten

Langsam besserte sich des Monschders Laune wieder und so bummelten wir hinterher noch über den Gartenmarkt. Positiv sei hier vermerkt: sehr viele ausstellende Gärtnereien mit einem tollen Angebot an Stauden, Gemüsepflanzen und Kräutern und wenig „Ramsch“. Ich fand alles in allem sehr aufgeräumt, die Veranstalter hatten wirklich viel Platz zwischen den Standreihen gelassen, sodass es gar nicht so auffiel wie voll das Gelände war. (Ich hatte tatsächlich nicht ein einziges Mal einen Kinderwagen am Hacken und wurde nur wenige Male ausversehen angerempelt.)

Außerdem habe ich mich wirklich am Riemen gerissen und nur zwei Gemüsepflänzchen mit nach Hause genommen. Und als dann der Monschder noch was Gutes zum Essen fand war der Tag gerettet.

Ich hoffe Euch hat mein kleiner Ausflug gefallen. Vielleicht habt ihr ja Lust Euch Schloss und Garten auch mal anzugucken? Ich kann es nur empfehlen!

Liebe Grüße und habt einen schönen Sonntag,
Euer Krümel

7 Antworten auf „Barocke Gärten“

  1. Schön, wenn dann doch noch jeder seinen Spaß hatte! Diese großen Parkanlagen finde ich zwar sehr beeidruckend, ich mag es aber dann doch lieber kleiner und vor allem mit schattenspendenden Bäumen. Leider verkommen viele Verkaufsveranstaltungen immer mehr. Pflanzen sind da oft kaum zu finden. Gut, wenn sich die Veranstalter wieder mehr auf den eigentlichen Zweck besinnen.
    Viele Grüße von
    Margit

  2. Ich mag barocke Gärten und spaziere gern durch solche Gärten. Vor einigen Jahren besichtigten wir Versailles mit dem wundervollen Garten. Im Anschluss gab es den Garten von Marie-Antoinette, der sehr naturnah angelegt ist… Der Kontrast war schön. Danke fürs Mitnehmen, der Garten ist toll…

  3. Ach, wie schön! Ich wäre mit Dir dort gebummelt., während sich mein Holder wahrscheinlich mit Deinem in trauter Übereinstimmung bereits vor dem Kassenbereich an ein schattiges Plätzchen verzogen hätte. Macht ihr mal, da stören wir nur. Oder so ähnlich. Mein Mann ist immer froh, wenn ich derlei Besuche alleine erledige. Zweimal Schloßpark Sanssouci war das maximal Machbare 😉
    Liebe Grüße
    Karen

  4. Da würde ich zu gern auch mal hin! Sieht nett aus auf den Fotos.
    Hier wird am 1. Mai mit Bollerwagen gefeiert und an Himmelfahrt auch. Da muss man schauen, wo man wandern geht, um den Horden zu entgehen.
    VG
    Elke

  5. Ein sehr schöner Ausflug. Horden von Sturzbetrunkenen kenne ich hier bei uns nur am Vatertag, wenn das Wetter gut ist.
    Diesen Schlosspark und den Gartenmarkt hätte ich auch gerne besucht. Sieht so ähnlich aus wie der Gartenmarkt auf Schloss Dyck, den wir immer besuchen.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  6. Danke fürs Mitnehmen….ich liebe dieses Schloss, aber war noch nie dort. Wie kann das sein? Ich schaue immer Volker Kugel, der jetzt wohl kein Grünzeug mehr macht, kennst du dich da aus? Aber Gartengeschichten sind jetzt in der Mediathek. Wahrscheinlich hat das Format gewechselt. Egal, mag ich einfach…und in meinem aktuellen Post hab ich sogar Volker Kugel zu Wort kommen lassen….;-))
    LG Sigrun

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