Projekt Balkon oder: eine ENDLICH ending Story

Vom 22.5. – 03.06.2018 (jaaaa! `18! Ich habe mich NICHT verschrieben) hatten wir unseren letztjährigen Haupturlaub geplant. Allerdings sollte es nicht in die große weite Welt gehen, sondern nur nach „Balkonien“. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Balkone sind in den 1970ern nachträglich an das Haus gebaut worden. Sie sind lang (etwas über 5 Meter), schmal (nicht ganz 2 Meter) und haben eine gegossene Balustrade aus Waschbeton. Die Fliesen sind diese grässlichen orangenen Riemchen-Klinker. 70er eben. Nicht schön, aber zweckmäßig. Leider nun aber auch über vierzig Jahre alt und – egal wie gut und qualitativ hochwertig gebaut – irgendwann ist das Zeug halt durch. Und so zeigten sich nach jedem Winter mehr aufgeplatzte Fugen. Zudem begannen 2017 vom oberen Balkon Tropfsteine zu wachsen und man konnte vom Garten aus Kalkausblühungen an beiden Balustraden sehen. Gar nicht gut!

Als wir unser Häusl kauften war eine Sanierung der Balkone das Letzte womit wir a.) gerechnet und b.) geplant hatten. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Und so – und hier schließt sich der Kreis zu meiner Einleitung – machten wir uns letztes Jahr daran, die Balkone neu zu fliesen. Nur fliesen. Naja – das zumindest anfangs der Plan. Leider auch nur genau so lange, bis Monschder den Bohrmeißel angesetzt hatte und die erste Fliese ablösen wollte. Denn unter der Fliese war – nichts. Also nicht nichts, sondern krümeliger Sand, Speiss-Reste – und die blanke Betondecke.

„Okeeee…“ – beruhigten wir uns. „Das hier ist die Wetter-Seite. Bestimmt sieht es ‚da hinten‘ besser aus.“ Ihr könnt es Euch denken…. Es war natürlich nicht besser. Binnen einer halben Stunde war der komplette Fliesenspiegel und die ehemals vorhandene Speissschicht komplett abgetragen. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Vor uns lag die blanke, gegossene Betondecke die bereits einige, zum Teil große Risse aufwies. Und oben dasselbe in Grün. Und spätestens jetzt war klar: ein Fachmann muss her.

Warum? Oh das ist einfach. Habt Ihr schon mal Estrich gelegt? Nein? Eine ätzende Arbeit. Auf einer glatten Fläche geht’s noch. Aber auf einem Balkon? Hier müssen Schrägen eingearbeitet werden (vom Haus weg Richtung Balustrade und gleichzeitig ab der Mitte des Balkons schräg an die Kopfseiten damit das Wasser abfließen kann.) Und dann muss „wetterfest“ gearbeitet werden – schließlich soll das Ganze ja wieder 40 und mehr Jahre halten. Das haben wir uns einfach nicht zugetraut. Somit war bereits am zweiten Tag des Urlaubs klar, dass wir unser Projektziel nicht erreichen würden.

Und so hab ich mich auf die Suche nach einem Handwerker gemacht.

Und habe gesucht ….

und gesucht …..

und gesucht.

Tatsächlich haben mir neun (!) Handwerksbetriebe abgesagt, sich auf meine Anfrage überhaupt nicht zurück gemeldet oder mir „Angebote“ geschickt bei denen uns die Ohren geschlackert haben. Ich war mit den Nerven am Ende. Im Oktober (!) hatte ich ENDLICH jemanden gefunden der bereit war „so kleine“ Flächen zu machen. Und so haben wir noch Ende letzten Jahres den Estrich gegossen bekommen. Die wasserfeste Abdichtung sollte im Frühjahr 2019 passieren.

Dann kam die Frostperiode. Dann kam die Schlecht-Wetter-Periode und die Fertigstellung zog sich immer weiter. Und jetzt – mehr als ein Jahr nach Beginn der Sanierungsarbeiten ist er endlich fertig: Unser (Haupt-)Balkon! (Und damit 50% der Gesamtrenovierungsmasse ……) Egal: Jetzt wird erstmal genossen. Ausgiebig. Ist er nicht schön geworden? Das Fliesen haben wir im Übrigen tatsächlich selbst übernommen. Ganz so wie ursprünglich geplant….

So – falls ihr mich also sucht hier zwei Stichworte: Cappuccino / Balkon!

Habt einen schönen Tag!

Liebe Grüße,
Krümel

8 Antworten auf „Projekt Balkon oder: eine ENDLICH ending Story“

  1. Liebe Krümel,
    manchmal läuft es echt nicht nach Plan und vor allem ältere Häuser bieten ja nettes Überraschungspotential. Schön und gemütlich ist er geworden und das Fliesen ist euch gut gelungen. Unseren Keller haben wir auch selbst gefliest, wobei … eher mein GG 😉 und das klappte recht gut.
    Dann genieße mal deinen Cappu…Hauptsache der Sommer ist bei euch danach, hier ist es eindeutig zu kalt mit gestrigen Tagestemperaturen von 17°C, bibber.
    Lieben Gruß, Marita

  2. Liebe Krümel,
    also da kann ich mitfühlen, ich bin seit einem halben Jahr Mitte in deinem 2018! – Ein mühsame Geschichte ist unser kleiner Balkon, unter der oberen Schicht kamen Risse hervor und Offerten werden verglichen, so ich denn welche bekomme. Für dieses Jahr habe ich wenig Hoffnung, vielleicht im 2020, das wäre schön!
    Dir viel Freude und Spass auf dem tollen Balkon und herzlich Eda

  3. Hallo Kerstin,
    na, da habt ihr ja letztes Jahr echt ein Faß aufgemacht! Nichtsahnend nimmt man die Fliesen ab und dann das. Sehr schlau, den Estrich den Fachleuten zu überlassen. Das kenne ich, einen fähigen Handwerker zu bekommen ist nicht so einfach. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und der Monschder konnte dann ja mit einem Jahr Verschub doch noch seinen Beitrag leisten. Einen netten Wuff habt Ihr!
    Liebe Grüße
    Karen

  4. Ach liebe Krümel,
    wie gut kenne ich das mit den Handwerkern.
    Wenn man nicht gerade Stammkunde ist wie wir bei unseren Malern muss man ewig warten…
    Aber nun schaut es doch toll bei Euch aus und Du kannst den Urlaub voll genießen.
    Um den Hängesessel beneide ich Dich gerade ganz doll….
    Lieben Gruß
    Nicole

  5. Liebe Kerstin,
    ja Handwerker zu bekommen ist nicht so einfach. Wir haben jetzt 9 Monate darauf gewartet vom Ausmessen im Oktober bis vorgestern zum Einbau des neuen Fensters im Esszimmer. Eigentlich denkt man, keine große Sache, war dann auch in 4 Stunden erledigt aber für so Kleingedöns haben die Handwerkerfirmen wohl keine Zeit. Schön ist Dein Balkon geworden und ihr habt bestimmt viel Freude daran.

    Liebe Grüße, Burgi

  6. Hallo Krümel,
    was für eine Story. In jeder Renovierung verbirgt sich doch immer irgend ein Ü-Ei. Aber das Ergebnis ist wirklich toll geworden. Noch viel Spaß beim Cappuccino.
    Viele Grüße
    Claudia

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