Meine Ex (plodierten Rosen)

Im April, pünktlich mit der Forsythienblüte, haben der Monschder und ich im Schweiße unserer Füße alle unsere Rosen geschnitten. Darüber hatte ich ja schon in diesem Post berichtet. Unsere Rosen sind alle im November 16 und ein paar Nachzügler im November 17 bei uns eingezogen. Und sie sind alle hervorragend angewachsen und scheinen sich total wohl zu fühlen, denn sie wachsen und wachsen und wachsen. Leider geht ein starkes Höhenwachstum oft zu Lasten der Stabilität.

‚Camelot‘ mit Gast

Und so haben sich bereits im letzten Herbst die Rosen überall hingelegt. Nix mehr mit Strauch, hatte eher was von Brautschleppe….. Der Monschder hat bei jedem Rasenmähen den Vogel bekommen. Entweder er überfuhr irgendwas oder er blieb irgendwo hängen. Und so musste ich Zugeständnisse beim Schnitt machen – sonst hätte er die Kettensäge ausgepackt.

‚The Generous Gardener‘

Ich hab über den Winter viel gelesen. Heißt es doch man könne als Anfänger sooo viel falsch machen beim Rosenschnitt. Da kann einem schon angst und bange werden. Und dann fand ich die Website eines privaten Rosenhofes. Und die schrieben, dass sie seit Jahren radikal runter schneiden und selbst ihre über 20jährigen Rosen jedes Jahr blühen nach wie vor in großer Fülle.

Totale zur Rosenblüte

Also: radikal kann ich. Filigran ist eh nicht meine Abteilung. Mir war klar, dass es durchaus sein könne, dass die eine oder andere Rose dies mit schlechter Blüte abstraft. Darauf hatte ich mich eingestellt.

Worauf ich mich nicht eingestellt hatte, war diese Blüten-Explosion! Meine Rosen haben geblüht als wenn es kein Morgen gäbe. Schlimmer noch: Meine Rosen haben einen derartigen Wachstumsschub hingelegt, dass es bereits im Juli schlimmer aussah als vor dem Schnitt!

Die ‚Camelot‘ ist so schwer geworden, dass sie sich beim Umlegen fast selbst aus dem Boden gerissen hat.

Die ‚Alaska‘ ist so schwer, dass die Blüten die Äste vom Rosenbogen reißen.

‚Mme Hardy‘ ist buschig wie nie und auch ‚Jenny Duval‘, die als Einzige bisher etwas mickerte, hat sich zu einem sehr kräftigen Busch gemausert.

‚Jenny Duval‘

Von der ‚Eden Rose 85‘ will ich gar nicht reden – zeitweise konnte ich nicht mehr zu meinen Lieblingsplatz gelangen.

Und auch die Unkerei von wegen die alten Englischen würden nicht blühen weil sie die Blüten bereits im Vorjahr anlegen würden – nix. ‚Mme Hardy‘ und ‚Jenny Duval‘ waren selten so vollgepackt mit Blüten.

‚Jasmina‘

Ich kann nur sagen: der radikale Schnitt hat sich total gelohnt und ich werde das so weiter handhaben. Radikal weg, nur darauf achten, dass noch genug Augen zum Austreiben übrig bleiben. Fertig. Rosen wachsen fast schon wie Unkraut und sind nicht so schnell kaputt zu kriegen. Traut Euch!

Liebe Grüße und noch eine schöne Woche wünsche Euch
Krümel

8 Antworten auf „Meine Ex (plodierten Rosen)“

  1. Ohja das kann ich nur bestätigen, beim Rosenschnitt bin ich auch immer sehr „radikal“, da sie sonst auch einfach zu riesig werden, dafür ist unser Garten zu klein und mir gefällt der kompaktere Wuchs auch besser.

    Deine Rosenpracht ist einmalig und wunderschön anzusehen.

    Blumige Grüße
    von Anke

  2. Genau das hat mir der niederländische Rosenzüchter empfohlen, als ich dort im Sommer meine Rose gekauft habe.
    Gut kürzen. Und siehe da, sie blüht jetzt zum zweiten Mal und das in voller Pracht.
    Also, lieber radikal als zu wenig.
    Deine Rosen finde ich allesamt klasse.
    Lieben Gruß
    Nicole

  3. Liebe Krümel, hach, schön ist es bei euch! Ja, ich saß am Anfang auch noch mit einer Schnittanleitung aus einem Rosenbuch draußen… Mittlerweile kürze ich radikal mit der elektrischen Heckenschere. Toll geschrieben und die Bilder sind ein Traum! Viele liebe Grüße, Bianca

  4. Hallo Krümel,
    am Anfang recht zögerlich, heute beherzt! So schneide auch ich mittlerweile meine Rosen. Sie danken es jedes Jahr mit reichlicher Blüte.
    Deine Rosen sind ja wirklich überbordende! Toll!
    Liebe Grüße
    Wiebke

  5. Deine Rosen sehen wirklich richtig gut aus, auch wenn sie an den Blüten teilweise schwer zu tragen haben.
    Loretta schneidet auch gerne radikal zurück, während ich da lieber etwas vorsichtig bin, aber zugeben muss, dass meine Frau recht hat.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  6. Hallo Krümel,
    großartig haben sich deine Rosen entwickelt. Bei uns führt der Rosenschnitt jedesmal zu – vorsichtig formuliert – Diskussionen. Ich schneide radikal weg und mein Mann kriegt die Krise.
    Viel Grüße
    Claudia

  7. Hallo Krümel,

    schön blüht es noch in Deinem Garten und die Rosen sind der Wahnsinn. Immer wieder eine Überraschung, wenn man im Sommer aus dem Urlaub zürück kommt, entweder alles ist vertrocknet oder explodiert.

    Nein nein, unsere Minibiotonne wird auch jeden Montag geleert. Ansonsten sind wir Eigenkompostierer und haben noch zwei große Grünabfalltonnen, die alle 14 Tage von Mai bis November geleert werden. Die musste man, wenn man wollte vor 3 Jahren bestellen für Grünschnitt und Gartenabfälle. Da hatte die Stadt Konstanz mal wieder eine Idee Geld einzunehmen und schaffte die großen Biotonnen ab damit dort kein Grünabfall mehr entsorgt werden kann. Der Preis für die Biotonne blieb aber gleich hoch und die Grüntonnen kosten auch nochmal die Erste 60 € und jede weitere 30 € im Jahr. Ansonsten müsste man den Grünschnitt selber zur Biogasanlage bringen. Im meinem Post Samstagsplausch 25/18 kannst Du ein Bild davon sehen.

    Liebe Grüße
    Burgi

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