Schottland 2019, Teil II – Geschichte(n) allenthalben

Guten Morgen Ihr Lieben. Na? Wer hat heute Lust mich wieder nach Schottland zu begleiten? Du? Freut mich. Anschnallen, Festhalten – es geht los.

Der dritte Tag unseres Urlaubes begann mit dem Besuch des Glasgower ‚Peoples Palace‘. Der Peoples Palace ist ein Museum der etwas anderen Art. Eher ein Sammelsurium von Fundstücken aus den verschiedensten Lebensbereichen. Da hängt die Gasmaske aus dem 2. Weltkrieg neben einem Plakat über die Nachteile von Alkoholkonsum aus den 50ern. Daneben ist ein Waschhaus aus den 1920ern aufgebaut. Bilder und eine Reportage in Dauerschleife über den bekanntesten Tanzpalast aus den 1940ern und gegenüber eine nachgebaute Gefängniszelle und Polizeiausrüstung aus dem 18. Jahrhundert. Dazu alte Gemälde und neue Fotografien, Bügeleisen aus 18hundertirgendwas neben einer Packung der ersten Anti-Baby-Pille aus den 1960ern. Super interessant, aber auch ein wenig chaotisch. Der Eintritt ist frei.

Am Nachmittag haben wir dann Pollock House im Süden der Stadt angeschaut. Das Haus, eher klein (naja – nach Adelsstandart zumindest. Für uns immer noch ein riesen Kasten) gehört nach einer Schenkung der Stadt Glasgow und seinen Einwohnern. „Also auch mir!“, wie mir eine der Aufsichtspersonen ganz stolz erzählte. Pollock House war dafür bekannt, dass die Besitzer sehr gut zu ihren Bediensteten waren und schon damals (sehr eingeschränkt) Sozialleistungen vergaben.

Zum Beispiel gab es zu Weihnachten Geschenke für alle Bediensteten – mal ein großes Stück Speck oder einen Eimer Kohlen oder so. Aber es gab auch große Festessen bei denen sogar die Familien der Bediensteten eingeladen waren. In Pollock House hat man gerne gearbeitet, wusste unser Guide. Denn selbstverständlich haben wir die im Eintrittspreis enthaltene Führung mitgemacht. So durften wir in einige Räume gucken, die außerhalb der Führung nicht zugänglich waren.

Den Garten konnten wir wegen der fortgeschrittenen Zeit und dem Nieselregen leider nicht mehr angucken. Dafür sind wir auf dem Rückweg durch den „Vorgarten“ (ca. 20 Minuten Wegstrecke) an diesem kuscheligen Gesellen vorbei gekommen. Und natürlich MUSSTEN wir anhalten.

Am nächsten Morgen haben wir unsere Mietwägen in Empfang genommen und sind auf unsere erste Tagestour raus nach Loch Lomond. Ich hatte mich im Vorfeld schlau gemacht und einen einstündigen, eher leichten Spaziergang rausgesucht. Und jetzt muss ich kurz ausholen:

Als wir 2009 das erste Mal in Schottland waren, sind wir eher zufällig auch an Loch Lomond vorbei gekommen und der Monschder wollte unbedingt eine Runde laufen. Wir also raus aus dem Auto und los. Der „Hügel“ um Loch Lomond stellte sich als steil und hoch heraus. Ich (weder fit noch körperlich in guter Verfassung) quälte mich erst hoch und dann durch dornigen Ginster und wilde Brombeeren wieder hinunter. Unten an- und wieder zu Luft gekommen, hat sich der Monschder was anhören dürfen. Nie! NIE wieder solle er mich auf diesen Berg schleppen!

Zurück in der Gegenwart, am Parkplatz bei Balmaha, Loch Lomond. Der Monschder hält seine Wander-App in die Höhe und verkündet, er habe noch eine Alternativ-Route im Petto. Zwei Stunden, mittel-anspruchsvoll. Und alle so: yeah! Klar bin ich mit. Durch den Wald war noch schön.

Dann den Bachlauf hoch …

Ja! Das IST der Wanderweg!

… und nach Luft japsend trifft mich auf dem ersten Aussichtspunkt der Schlag: das ist GENAU der Ort wo ich vor GENAU zehn Jahren dem Monschder gerne irgendwas an den Kopp geschmissen hätte!! Ich dreh mich zu ihm um: „Dein fu**ing Ernst?“ Er hatte zumindest den Anstand bedröbbelt aus der Wäsche zu gucken.

Jaaaa! Der Ausblick ist GRANDIOS (wenn man wieder normal atmen kann, die schwarzen Schlieren nicht mehr vor den Augen tanzen und die Schweißbäche vorne und hinten zu kleinen Rinnsalen geworden sind.) Dann, ja DANN ist es wunderschön dort oben! Seht selbst.

Der Weg nach unten war genauso abenteuerlich wie hoch und genauso anstrengend wie ich ihn in Erinnerung hatte, aber der Strand und ein groooßer Cappucchino haben für die Anstrengung entlohnt (und jaaaa – vielleicht auch der sehr leckere Kuchen…). Zurück im Hotel wurden wir abends alle nicht alt – so viel Sauerstoff an einem Tag vordert eben seinen Tribut….

Nun sind wir wieder im Hier und Jetzt angekommen. Ich hoffe, Ihr habt unsere beiden Ausflüge ebenso genossen wie ich.
Ein paar Fragen aus dem ersten Schottland-Post muss ich noch beantworten:

@ Bianca: Wow! An einem einzigen Foto erkannt! Cool! Ja, das Bild im Header ist tatsächlich Loch Lomond.

@ Karen: Ja, das hab ich ein wenig doof geschrieben. Der „Schatz“ im Keller ist die wirklich eindrucksvolle Gewölbe-Architektur der unterirdischen Kirche. Die oberirdische Kirche ist nämlich sehr 08/15 und wir waren schon enttäuscht als wir reinkamen.

Nun wünsche ich Euch ein schönes, restliches Wochenende.
Liebe Grüße,
Krümel

6 Antworten auf „Schottland 2019, Teil II – Geschichte(n) allenthalben“

  1. Danke fürs Mitnehmen liebe Krümel,
    ein schöner Ausflug. Der See ist toll, da würde ich auch gerne spazieren gehen.
    Und das Museum war bestimmt einen Besuch wert.
    Dir einen schönen Abend, lieben Gruß
    Nicole

  2. Hach… *träum* ist das ein schöner Flecken Erde. Ich musste lachen, mir wär’s körperlich sicher auch so gegangen! Danke für’s Zeigen und eine wunderschöne (na ja, den Umständen entsprechend, es schüttet ja aus Kübeln) Woche dir! Bianca

  3. Liebe Krümel,
    welch eine wunderbare Gegend mit beeindruckenden Ausblicken. Die alten Gebäude mit ihren Geschichten würden mich ebenfalls interessieren aber auch der Waldspaziergang….und nach dem anstrengenden Auf- und Abstieg nehm ich jetzt einen Cappu und genieße den Seeblick. 😉
    Danke für`s Mitnehmen und einen lieben Gruß, Marita

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere