Stein auf Stein

Ich freue mich total über Euer Interesse zu meiner bisherigen Schottland-Reihe. Vielen Dank an all Euch treue Leser. Meine Reise nochmal für den Blog aufzuarbeiten ist ein wenig, als ob ich wieder dort wäre.

Nachdem wir also das letzte Mal Loch Lomond unsicher gemacht haben, sind wir am nächsten Tag an die Westküste, haben in Wemyss Bay unser Auto abgestellt und sind mit der Fähre auf die Isle of Bute. Die Fährfahrt geht eine gute halbe Stunde und das Meer war spiegelglatt. Leider bin ich überhaupt und kein bisschen Seefest, und so saß ich trotz strahlendem Sonnenschein, angenehmen 22°C und ruhiger See im Innenraum der Fähre und habe mich mit meinem Handy beschäftigt. Nur ja nicht raus gucken ….

Schottische Flagge mit Andreaskreuz
Fahrt nach Bute

Auf Bute angekommen sind wir direkt zur Ruine des Rothesay Castle, einer Festungsanlage aus dem 13. Jahrhundert. Das Wetter war herrlich, die Seeluft frisch und klar und Aussicht großartig.

Bute Hafen
Bettelnde Möwenjunge
Blick von Rothesay Castle zum Hafen

Weiter ging es nach Mount Stuart House. Leider nicht ohne eine einstündige Zwangspause. Denn der Bus dorthin fährt nur einmal pro Stunde – und war gerade seit fünf Minuten weg. Zu dem Zeitpunkt lästig aber nicht schlimm, sollte uns diese Tatsache hinterher noch so richtig ärgern. Denn endlich angekommen erwies sie Mount Stuart House als ein großartiges Juwel. Nein, im Ernst: ich hab schon viele Burgen, Schlösser und Herrenhäuser gesehen, aber Mount Stuart House gehört definitiv auf die Liste der großartigsten Fünf.

Fahrt nach Mount Stuart House

Mount Stuart House wurde nach einem Brand im Jahr 1878 komplett neu restauriert und war unter anderem das erste Wohnhaus in Schottland mit elektrischer Beleuchtung und einem Telefon. Doch es gibt noch so viel mehr von dem man dort schwärmen kann: Die Marmorne Eingangshalle, der beheizte Innenpool der nach wie vor in Benutzung ist, die „hochmodernen“ Bäder (zumindest für die damalige Zeit), die Kapelle in der man heute noch heiraten kann, die obere Galerie….

Marmorhalle Mount Stuart House

Gerade die ist der Hammer: viereckig gebaut, große Glasfenster. Diese sind jeweils in drei Teile geteilt. So ergeben sich 12 Fenster. Und jedes stellt einen Monat des Jahres dar. Der Frühling ist grün, der Sommer rot, der Herbst violett und der Winter blau. Die Farben laufen ineinander über, gerade so, wie die Vegetation von Monat zu Monat mehr oder weniger wird. Ein absolutes Kunstwerk! Außerdem sind Prismen in die Fenster eingelassen und wenn die Sonne scheint, erstrahlen überall auf dem Boden und auf den Wänden kleine Regenbögen.

Regenbogen im Haus


Hach – es war so toll! Eine absolute Besuchsempfehlung! Und macht unbedingt die Führung mit. Man sieht so viel mehr wie wenn man alleine durch das Gebäude gehen würde. Und unser Guide war so lustig und schaffte es, die vielen Zahlen, Daten und Fakten lustig und locker und mit viel Humor rüber zu bringen.

Hafenzeile Rothesay
Heimfahrt

Und jetzt fingen wir an uns zu ärgern. Denn wir hatten eine Reservierung für den Abend und mussten mit der Fähre um 17:30 Uhr zurück fahren. Und somit hatten wir nach der Führung im Haus gerade mal eine halbe Stunde Zeit, den umliegenden (riesigen) Park zu erkunden. Innerlich habe ich geweint – es hätte da noch so viel zu sehen gegeben…… Nützt nüscht, ab uff’n Dampfer und zurück. Abends hieß es nach einem leckeren Abendessen noch Koffer packen. Es war unsere letzte Nacht in Glasgow.

Am folgenden Tag verabschiedeten wir uns ohne großen Kummer von Glasgow und fuhren nach Inverary. Allein die Fahr war wunderschön und so einen Parkplatz sucht man bei uns vergebens.

Wir besuchten das Inverary Jail, das einen spannenden und eindrücklichen Blick auf die Geschichte der Rechtsprechung und Bestrafung vom frühen bis ins späte Mittelalter gibt. Ganz ehrlich? Manchmal lief mir schon ein kleiner Schauer über den Rücken.

Nachgestellte Gerichtsverhandlung

Nach dem Inveray Jail ging es hoch in das auf einem Hügel thronende Inverary Castle. Hmm, jo. Nett, aber leider eher 08/15. Leider ziemlich teuer für die wenigen Zimmer die wir dort angucken durften. Ja, mir ist auch klar dass die nach wie vor dort wohnende Adelsfamilie nicht ständig Horden von Touristen im Wohnzimmer sitzen haben will, aber der Preis war einfach nicht angemessen. Der Park war nett, aber auch hier habe ich schon bessere gesehen.

Parkanlage Inverary Castle
Garten hinter dem Castle
Merkwürdige Rinde
Sitzplatz mitten im Garten

Ein letzter Punkt auf unserer Liste für diesen Tag war die Ruine des Dunstaffnage Castle. Zwar nicht übermäßig *wow*, aber man kann an den Ruinen sehr gut erkennen, die damals gebaut wurde. Wer allerdings schon viele Ruinen gesehen hat, kann sich diese Kleine durchaus sparen.

Unser B&B erwartete uns schon. Es gab noch ein sehr leckeres Abendessen, eine kleine Zimmerparty auf unserem Balkon und einen frühen Feierabend.

Frühstücksterrasse
Fish’n Chips

Und auch für Euch ist jetzt hier erstmal Feierabend. Danke dass Ihr heute wieder so toll durchgehalten habt. Ich wünsche Euch einen tollen Sonntag und morgen einen guten Start in die neue Woche.

Liebe Grüße,
Krümel

5 Antworten auf „Stein auf Stein“

  1. Und ich freue mich, dass du deine wundervollen Eindrücke hier teilst! Wir lieben Irland und Schottland auch so sehr, wobei wir in Schottland erst einmal waren. So hab‘ ich jetzt genoßen, was du erzählt und gezeigt hast. Einfach schön dort. Danke und viele liebe Grüße (und eine schöne Woche!), Bianca

  2. Was habt ihr für Glück mit dem Wetter gehabt. Die Jahreszeitenfenster und die Prismeneinstrahlung sind echt der Hammer, unbedingt sehenswert. Wir hatten jetzt gerade im Kurzurlaub nie eine Reservierung, weil wir nach unseren Tagestouren nicht genau wissen, wann wir zurück sind. Der Vorteil ist, ihr hattet dadurch einen Sitzplatz im Restaurant und wir mussten von Haus zu Haus laufen, bis wir einen Tisch bekamen.
    Liebe Grüße
    Karen

  3. Und jetzt sitze ich hier, schaue die tollen Bilder an und bekomme Fernweh… Ich war noch nie dort, irgendwann mal..
    Schlecht wird mir eher im Inneren der Fähre, wenn ich den Horizont nicht sehen kann. Bei ruhiger See halte ich es zum Glück aber auch innen aus.
    VG
    Elke

  4. Ach wie schön dieser Reisebericht ist liebe Kerstin. Ich bin gerne mit Dir unterwegs und bin echt begeistert wie schön das alles ausschaut. Herrlich diese alten Gemäuer und Euere abendlicher Ausblick ist herrlich gewesen. Ich komm gerne wieder mit :-)))

    Herzliche Grüße
    Kerstin und Helga

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